In Magdeburg geboren, aufgewachsen in München, lebe und arbeite ich seit 1972 in Berlin.

Meine ersten Fotos entstehen im Alter von 12 Jahren mit einer einfachen Agfa-Box. Obwohl mich die Fotografie seitdem nicht mehr loslässt, entscheide ich mich zunächst für ein Soziologiestudium in Berlin. Bis Ende der 80er Jahre bin ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in den Bereichen Arbeitsmarktpolitik und qualitative Biografieforschung tätig.

Nach meiner Promotion über die Arbeitsmarktsituation und Perspektiven unterqualifiziert arbeitender Akademiker ("Taxifahrer Dr. Phil.") lege ich den Schwerpunkt meiner Arbeit auf die Fotografie. Ich besuche die "Werkstatt für Photographie" in Berlin-Kreuzberg, die 1976 in Berlin als Alternative zu traditionellen Ausbildungsstätten für Fotografie gegründet wird und bin von 1987 – 1988 Assistentin in einem Berliner Atelier für Architektur- und Werbefotografie. Parallel dazu biete ich an der FU und TU Berlin Lehrveranstaltungen an, die der Verbindung von Fotografie und Soziologie nachgehen.

Die ungewöhnliche Kombination von Soziologie und Fotografie bestimmt dann auch eine langjährige Gemeindestudie, die ich von 1990–1997 mit finanzieller Unterstützung der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, der Deutschen Forschungsgemeinschaft Bonn (DFG) und des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Berlin (WZB) in der sächsischen Stadt Wurzen durchführen kann. Die "Wurzen-Studie" ist die umfassendste Langzeitdokumentation einer ostdeutschen Stadt und ihrer Bewohner/innen nach dem Fall der Mauer. Im Mittelpunkt stehen mehr als 170 erzählte Lebensläufe von Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Milieus, die aus ihrem Alltag in der DDR und den Veränderungen nach der Wiedervereinigung erzählen. Die Fotografien, die in dieser Zeit in Wurzen entstehen, dokumentieren die Zeit des provisorischen Übergangs zwischen dem "Nicht-Mehr" und dem "Noch-Nicht". Sie werden in verschiedenen Ausstellungen gezeigt und als Buch veröffentlicht.

Auf die "Wurzen-Studie" folgen Fotoprojekte, die aufwendige Restaurierungen von Kirchen, Schlössern, Fabrikgebäuden und Schulen begleiten, aber auch Phasen, in denen Theater- und Portraitfotografien dominieren. Sie alle sind Bestandteil einer Gedächtnisarbeit und Erinnerungskultur, ohne die Gegenwart und Zukunft nicht begriffen werden können.